Heimbetriebsgesellschaft mbH & Co.KG
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HistorieHistorie

In den Siebziger Jahren kam man zu der Auffassung, dass das damalige Kantinensystem der Bundeswehr überholt sei. Daraufhin wurden verschiedene Gutachten erstellt, Lösungsmodelle diskutiert und daraus schließlich das flächendeckende System der HBG entwickelt, das 1975 eingeführt wurde.

Die Mannschaftsheime wurden weiterhin von den Pächtern auf eigene Rechnung geführt. An der Dachgesellschaft, der HBG, war der Bund zu 100 Prozent beteiligt. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass alle Soldaten an allen Standorten in Deutschland zu gleichen Bedingungen versorgt werden.

Insbesondere die Pächter kleinerer und mittlerer Betriebe waren mit dieser Konstruktion nicht zufrieden, da sie kaum Einfluss auf die Gestaltung dieses neuen Systems hatten.

Für die HBG gab es zwei beratende Organe, den Kostenstrukturausschuß mit paritätischer Besetzung und den Beirat bestehend aus 15 Vertretern der Soldaten und sechs Vertretern der Pächter.

Darüber hinaus gab es ein Kontrollorgan, den Aufsichtsrat. Dieser bestand aus zwei Vertretern des Bundesministeriums der Verteidigung, zwei Vertretern des Bundes-ministeriums der Finanzen, einem Vertreter der Wirtschaft, einem Vertreter des Bundeswehrverbandes und einem Vertreter der Gewerkschaft. Erst ab 1991 waren die Pächter auf Initiative des damaligen BHK Bundesverbands der Heimbetriebsleiter und Kantinenpächter e. V. im Aufsichtsrat mit einer Person vertreten.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit

Die bis heute andauernde Reduzierung der Truppenstärke führte Anfang der Neunziger Jahre zu deutlichen Umsatzeinbußen bei den Pächtern und damit auch bei der HBG. Gleichzeitig entstanden bei der HBG hohe Kosten durch einen Personalüberhang.

Von 1992 bis 1995 musste die HBG an Kantinen in den neuen Bundesländern Ausgleichszahlungen in Höhe von fast 2,3 Millionen Mark leisten. Jedem dieser Betriebe war für die Überführung in ein privatwirtschaftliches Unternehmen eine Gewinngarantie von 35.000,- Mark jährlich zugesichert worden.

Dieser Millionenbetrag konnte von der HBG aufgrund der gesunkenen Gewinne nicht aufgebracht werden, sodass von 1992 bis 1995 aus dem Bundeshaushalt knapp 1,7 Millionen Mark an Zuschüssen gezahlt werden mussten.

Darüber hinaus konnte die damalige HBG aufgrund fester Vorgaben nicht professionell genug in Verhandlungen mit den Lieferanten agieren.

Die CDU/CSU und die FDP befürworteten die Privatisierung der HBG als Lösung der Probleme, während die SPD dagegen war.

Im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums der Finanzen wurde je ein Gutachten erstellt. Beide Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass eine Privatisierung möglich sei, ohne dass der Bund seinen Einfluss auf das Kantinen-system verliert. Als Rechtsform wurde die GmbH & Co. KG mit der HBG als GmbH und den Pächtern als Kommanditisten favorisiert.

Die Privatisierung wurde am 22. November 1992 durch den Bundestag beschlossen und nach mehrjährigen Verhandlungen am 28. September 1995 vollendet.

Die Pächter kauften dem Bund die Gesellschaft für 4,5 Millionen Mark ab. Finanziert wurde die Privatisierung von 260 der über 400 Pächter, die eine Einlage von 6.000,- Mark pro Pächter zahlten und insgesamt 1,56 Millionen Mark in die Gesellschaft einbrachten. Der Restbetrag wurde über den freien Markt in Form von Krediten finanziert.

Als Rechtsform für die privatisierte HBG wurde das in den Gutachten vorgeschlagene Modell der GmbH & Co.KG gewählt.

Die HBG hat gezeigt, wie durch freies Unternehmertum, durch erfahrenes Management und durch kaufmännische Initiative aus einem staatlich geführten Betrieb ein marktorientiertes und erfolgreiches Unternehmen werden kann, ohne dass dabei Nachteile für die Soldaten entstehen.

Die HBG heuteDie HBG heute

Erfolgreiche Privatisierung

Seit der erfolgreichen Privatisierung der HBG im Jahr 1995 sind die Kantinenpächter in Form einer Kommanditgesellschaft zusammengeschlossen.

Die HBG stellt dem Bund ein kostenneutrales Kantinensystem bereit, dass flexibel und erfolgreich auf die strukturellen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr reagiert.

Seit 1997 werden trotz Truppenreduzierung und Standortschließungen wieder schwarze Zahlen geschrieben

Mannschaften, Unteroffiziere und Zivilbedienstete können in den Kantinen kostengünstig Speisen und Getränke sowie Waren des täglichen Bedarfs kaufen.

Bundesweit wird ein einheitliches Grundsortiment an Speisen und Getränken angeboten, das aus hochwertigen Markenprodukten besteht. Darüber hinaus bieten die Kantinenpächter regionale Speisen und Getränke an.

187 private Pächter betreiben 160 Mannschaftsheime, 39 Unteroffizierheime,
13 Triogebäude mit Offizierheim, Unteroffizierheim und Mannschaftsheim sowie
16 Verkaufsstellen.

Dadurch wird die bundesweite gastronomische Versorgung der Soldaten und zivilen Arbeitnehmer der Bundeswehr sicher gestellt. 

Die Räume für die Heime und Verkaufsstellen werden von der Bundeswehr zur Verfügung gestellt.

Die HBG Heimbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG in Bonn organisiert und steuert den zentralen Einkauf und die Abrechnung mit den Lieferanten. 

Beirat als Kontrollorgan

Kontrolliert wird die HBG durch einen Beirat.

Dem Beirat gehören an: 

  • ein Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung der Abteilung Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistung (Referatsleiter IUD II 3),
  • ein Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung des Referates Fü SK II 2 (Referatsleiter),
  • ein Vertreter des Hauptpersonalrates beim Bundesministerium der Verteidigung (Erster Stellvertretender Vorsitzender und Gruppensprecher Soldaten),
  • ein Vertreter des Gesamtvertrauenspersonenausschusses beim Bundesministerium der Verteidigung (Vorsitzender Unterausschuss 3, Betreuung),
  • zwei Vertreter des Bundesverbandes der Kantinenpächter e. V. (Stellvertretende Vorsitzende),
  • ein Vertreter aus dem Bereich der Politik (ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg)

Ort der Kommunikation

Die Kantinen sind Treffpunkt für die Soldaten und die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr und für ihre Freunde.Sie haben damit eine wichtige soziale Funktion.

Soldatenpakete

Während ihrer Dienstzeit erhalten die Soldaten von der HBG durch ihre Kantinenpächter ein Soldatenpaket, das eine Auswahl der Waren enthält, die in den Kantinen angeboten werden.

Pro Jahr werden über 100.000 Soldatenpakete an die Soldaten verschenkt.

Durch ein geändertes, wirtschaftlicheres Einkaufsverhalten der Kantinenpächter konnte die HBG günstige Rahmenverträge mit Lieferanten abschließen.

Statt die Waren bei vielen verschiedenen Lieferanten zu beziehen, beschränken sich die Kantinenpächter nun auf eine sorgsam ausgewählte Zahl, ohne jedoch auf regionale Produkte zu verzichten.

Den gewonnenen Vorteil geben die Kantinenpächter an ihre Gäste weiter. 

Die HBG unterstützt Kantinenpächter an belegungsschwachen Standorten jährlich mit 0,64 Millionen EUR. Durch diese Unterstützungzahlungen wird die flächendeckende gastronomische Versorgung der Bundeswehr durch das private Kantinensystem sichergestellt.

Die Kantinenpächter führen jährlich 1,25 Millionen EUR als Betreuungsmittel an die Truppe ab. Diese werden zum Ausbau des Freizeit- und Unterhaltungsangebots in den Kasernen verwendet.

Die HBG steuert den zentralen Einkauf und die Abrechnung mit den privatwirtschaftlich geführten Kantinen auf dem Gelände der Bundeswehr und gewährleistet damit die bundesweite gastronomische Versorgung der Soldaten und zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr.

 Kantinenpächter 187
 Zivile Arbeitnehmer in den Kantinen  1105
 Kantinen und Verkaufsstellen  228
 davon
 Mannschaftsheime
 160
 Offizier-/Unteroffizierheime, Koop
 39
 Triogebäude
 mit Offizierheim, Unteroffizierheim und Mannschaftsheim
 13
 Verkaufsstellen  16
 Unterstützungszahlungen der HBG an Kantinen
 in  belegungsschwachen Standorten im Jahr 2006
 0,64 Millionen EUR
 Gezahlte Betreuungsmittel durch die Kantinenpächter
 an die Truppe im Jahr 2005/2006
 1,25 Millionen EUR
   
 

     

copyright HBG | 12.2017